Das Glockenspiel am Jesuitenplatz 
(Spielpläne unten)

Ein Geschenk des Katholischen Lesevereins zur 2000-Jahrfeier der Stadt
 

„Nun danket all’ und bringet Ehr“ so klingt es abends vom Glockenspiel auf dem Jesuitenplatz. Eine letzte Mahnung für Spätheimkehrer. Am Jahresanfang 1991 begann innerhalb der Koblenzer Behörden, Institutionen und Vereinen eine geradezu hektische Aktivität. Die 2000-Jahrfeier der Stadt Koblenz rückte unaufhaltsam näher. Alle wollten zum Gelingen dieses Festes ihren Beitrag leisten. Auch der Katholische Leseverein, bereits seit dem Gründungsjahr 1863 in dieser Stadt anerkannt und geschätzt, wollte dabei nicht fehlen.

Aber: was kann man einer Stadt mit ca. 100.000 Einwohnern schon schenken? Es begann innerhalb des Vorstandes ein intensives Nachdenken, Ideen entwickeln und wieder verwerfen.

Der damalige Beigeordnete der Stadt Koblenz und Vorstandsmitglied unseres Vereins, Heinz-Dieter Maahs, überraschte den Vorstand mit einer glänzenden Idee: „Wie wäre es dann mit einem Glockenspiel? So etwas besitzt Koblenz doch noch nicht!“ Der Vorstand blickte sich zunächst ratlos an. Dann folgte allseits Zustimmung. Eine gute Idee. Aber ?!? Sofort türmten sich Probleme auf: Größe, Standort, Lieferant und Finanzierung. Interessant ist die Tatsache: „Wo eine Sachbegeisterung besteht, gibt es in der Regel auch einen Weg.“ Die Ärmel im Vorstand wurden hochgekrempelt, Angebote eingeholt, Glockenspiele und Herstellerfirmen besichtigt, Standorte analysiert, Finanzierungen erörtert. Das Ergebnis all dieser Bemühungen ist das heutige Glockenspiel an der Fassade des Johannishauses am Jesuitenplatz 4. Den Auftrag zu Herstellung und Montage erhielt die Firma Ed. Korfhage & Söhne, Turmuhrenfabrik, Glockenspielbau in Melle-Buer. Am 29. Juni 1992, an einem schönen Sommertag, war es dann so weit; Einweihung  und Übergabe an den ersten Bürger unserer Stadt und Ehrenmitglied des Kath. Lesevereins, Oberbürgermeister Willi Hörter. Viele Vereinsmitglieder und Bürger der Stadt wollten dieses Ereignis nicht verpassen. Nach der Begrüßung durch unseren Vorsitzenden Dr. Ewald Thul sorgte die Gülser Blaskapelle für eine zünftige musikalische Umrahmung. Die Glockenweihe nahm Peter Superior Mühlenbrock SJ vor. Durch einen kräftigen Luftsprung versuchte er selbst die oberste Glocke in 12 Meter Höhe mit Weihwasser zu erreichen. Spannung lag in der Luft, als unser Glockenspiel zum ersten Mal seine Melodien erklingen ließ. Unser Vereinsmitglied und Organist von Herz Jesu, Ernst Matthias Schmitz, erklärte sich bereit, diesen wichtigen Teil zu übernehmen. Kräftiger Applaus der Zuhörer signalisierte eine begeisterte Zustimmung. Ein kräftiger Schluck Wein aus unserem Keller durfte natürlich nicht fehlen. So wurde dieserTag zu einem unvergesslichen frohen Fest für alle Teilnehmer.

Es begann eine Zeit intensiver Suche nach geeigneten Liedern, Melodien und deren Noten. Aber wie so oft im Leben, wenn es eng wird, packen viele hilfreiche Hände zu. Allen, die uns während dieser Zeit zur Seite standen, sei herzlich gedankt.

Nun haben die Bürger der Stadt Koblenz ein Glockenspiel mit einer recht beachtlichen Ausstattung. Hier einige technische Einzelheiten:

Hersteller:                                 Ed. Korfhage & Söhne GmbH, Melle-Buer
Glockenzahl:                            14 Stück
Tonfolge:                                  c’, d’, e’, f’, fis’, g’, a’, h’, c’, d“, e“, f“, fis“, g“
Eingabemedium:                     KAWAI Keyboard PH 50
Steuerelektronik:                     Bellmaster II
Speichermedium:                    RAM Karte für 99 Titel
Zeitzonen:                                 4
Spielfolge:                                
Von 10 – 22 Uhr jede volle Stunde
Zeitmessung:                           Funkuhr 

Seit dem Frühjahr 2003 sind 95 Liedtitel für die unterschiedlichen Jahreszeiten gespeichert. Etwa alle vier Wochen muss das tägliche Spielprogramm den zeitlichen Ereignissen angepasst werden.

Nach 10 Jahren Laufzeit kann man nunmehr feststellen: alle Mühen haben sich gelohnt. Das Glockenspiel am Jesuitenplatz ist zu einer echten Bereicherung unserer Heimatstadt Koblenz geworden. Schön ist es zu beobachten, wie immer wieder Leute für kurze Zeit vor dem Glockenspiel verweilen und die gespielten Melodien mitsingen.

Hans-Eugen Lambert

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 Die Spielpläne für das Glockenspiel
(klicken Sie auf den gewünschten Titel)

1   Hl. Drei Könige ab  Hl. Drei Könige
2   Karneval ab  Schwerdonnerstag
3   Fastenzeit ab  Aschermittwoch
4   Ostern ab  Karsamstag
5   Pfingsten ab  Pfingstsamstag
6   Sommer ab  Anfang August
7   Herbst I ab  Anfang Oktober
8   Herbst II ab  Anfang November
9   Advent ab  1. Advent
10   Weihnachten ab  Heiligabend