Das Görreshaus

Vereinshaus des Katholischen Lesevereins
 

Da in den Gründerjahren die Mitgliederzahl regelmäßig und stetig wuchs, sah sich der Vorstand ermuntert, den Bau eines eigenen Vereinshauses zu planen. Das Heim sollte "Im Herzen der Stadt" liegen. Am 6. September 1864 wurde der Beschluss gefasst, das Haus des Waffen- und Metallwarenhändlers Paul Schäffer in der Firmungstrasse zu erwerben. (Zunächst war der Kauf des Hontheimschen Hauses in der Neustadt vorgesehen.) Den Plan für den Neubau entwarf der Stadtbaumeister Nebel. Eine eigene Baukommission konnte die Planungen so beschleunigen, dass schon am 24. April 1865 die feierliche Grundsteinlegung in der Firmungstraße erfolgte. Das Aufsehen in der Bürgerschaft war groß, und noch heute ist es bewundernswert, wie schnell und zügig der kaum gegründete Verein ein solches Projekt verwirklichte. Schon damals bestand der Wunsch, das neue Vereinshaus möge zu einem Heim für alle katholischen Vereine der Stadt werden.

Für den Bau des Vereinshauses war ein Kapital von 42 000 Talern erforderlich. Die Mitglieder vereinigten sich zum größten Teil zu einem Sparverein, der die erforderliche Summe in monatlichen Raten im Laufe von 10 Jahren aufbringen sollte. 

1866 war der Bau dann fertig. Die ganze Stadt wurde Zeuge der Einweihung des Hauses, die am 28. Januar erfolgte. Drei Jahre hatte der Verein bestanden - und schon verfügte er über ein solches Haus! Wieder war es Advokat-Anwalt Adams II, der zahlreiche Gäste begrüßen und ein Glückwunschschreiben des Trierer Oberhirten, des Bischofs Leopold Pelldram, vorlesen konnte. 

Eine interessante Phase erlebte das Görreshaus, als am 21. August 1947 der Landtag von Rheinland-Pfalz den großen Saal sowie weitere Räumlichkeiten des Hauses mietete, um hier seine Plenar- und Ausschusssitzungen durchzuführen. Bis zur Übersiedlung nach Mainz vollzog sich im "Görresbau" eine wichtige Phase rheinland-pfälzischer Landesgeschichte.

Bis zum Jahre 1972 war das Haus Vereins- und Versammlungshaus. 1983 wurde das Görreshaus vom Land Rheinland-Pfalz erworben und bis 1985 in seiner alten Form wiederhergestellt.
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